Hoffnung für Alle die bezahlen (Update)

Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.

 

An die Bibelverlage.

Ich habe soeben auf dem iTunes App Store für das iPhone nach Bibeln gesucht und fand nur eine von ca. 15 Applikationen (abgesehen von einer Chinesischen Version) welche frei zugänglich (sprich kostenlos) war. Und diese eine Version war ans Web gebunden, so dass man die Bibel unterwegs nicht nutzen kann. Daraufhin habe ich im Web nach OpenSource Bibeln gesucht und habe kein einziges befriedigendes Resultat gefunden. Ein paar verstreutet Textfiles zum Download, alle mit einem Copyright und einem Auflagen die eine Weiterverbreitung verbieten.

Es sprengt meinen Verstand, dass die Bibel zu kommerziellen Zwecken missbraucht wird – statt sie frei weiterzugeben, in jeder erdenklichen Weise geöffnet, um das Wort Gottes möglichst vielen Menschen möglichst einfach zugänglich zu machen. Wohlgemerkt, es ist das Wort Gottes, nicht des Brunnen-Verlags, nicht das Wort der Deutschen Bibelgesellschaft noch eines anderen Unternehmens: Das Wort Gottes. Wie kann man auf Worte eines Anderen ein Copyright erheben, zumal es sich bei dem Anderen um keinen geringeren handelt als Gott, den Herrn der Heerscharen! So sehr ich den Service von z.B. bibelserver.com schätze, ich frage mich: Wieso ist es nicht möglich, die verschiedenen Bibeln herunter zu laden und sie weiter zu verwenden? Diese Services leisten gute Dienste, doch sie haben auch Ecken und Kannten. Allen voran, sie sind nur online zugänglich. Eine offene Weitergabe der Quelle würde es anderen Entwicklern ermöglichen, erweiterte, in einer anderen Form, anders integrierte, bessere, auf anderen Plattformen, und vom Internet unabhängige Versionen der Bibel zu erstellen. Ich verstehe, dass Arbeit in jeder Form Geld kostet, bin aber der Meinung, dass Arbeit im Reich Gottes, besonders im evangelistischen Bereich, auf freiwilliger Basis und mittels freiwilligen Zuwendungen geschehen und das Produkt der entstandenen Arbeit allen offen zugänglich sein sollten. Ganz besonders die Bibel.

Ich kann die Praktiken aller mir aktuell bekannten Bibelverlage nicht nachvollziehen, die auf „ihren“ Texten sitzen wie die Prinzessin auf der Erbse. Auf ihren Webseiten wimmelt es von Shops, kostenpflichtigen Downloads, Spendenaufrufen, Büchern, CD’s und Werbung. Seit wann ist das Evangelium verkäuflich? Ich gehe einmal davon aus, dass die Übersetzung der Bibeltexte (zumindest einiger) amortisiert ist. Warum werden sie dann nicht frei zugänglich gemacht? Zumal dies in der Zeit des Internets mit einem praktisch kostenneutralen Medium geschehen kann. Es kostet kein Papier, kein Vertrieb, keine Lagerung. Nur etwas Speicher auf einem Server, und eine URL. Nichts was andere (private) Freeware Projekte nicht auch geschafft hätten. Dank Apple und dem iTunes App Stroe steht nun sogar ein Anbieter bereit, der die ganze Serverinfrastruktur, das Marketing, und alle mit der Distribution anfallenden Tasks übernimmt und den Deinst gleichzeitig für X-Millionen Benutzer zugänglich macht. Niemals zuvor konnten so viele Menschen gleichzeitig und auf so einfache Weise erreicht werden. Man hat sogar die Möglichkeit das Programm für den User kostenlos anzubieten. Dann fallen, abgesehen von einer einmaligen Anmelde-Gebühr für das iPhone SDK, keine Zusätzlichen kosten an.

Das Internet und neue Technologien wie das iPhone, ermöglichen komplett neue Ansätze für den User an Inhalte zu kommen. Zusammen mit Geo-Lokalisierung, offenen XML-Feeds, integration in andere Dienste und mit einer stetig wachsenden Internet-Community, täten sich auch in Bezug auf die Bibel ganz neue Möglichkeiten auf, welche dieses Buch abertausenden auf einen neue Art nahebringen würde. Diese neuen Möglichkeiten konnten aber nur durch Offenheit entstehen. Es wurden Schnittstellen definiert die den einfachen Zugriff auf Services erlauben und die Kombiniert ganz neue Anwendungen ergeben. (Sogenannte API’s die Google, Flickr, Twitter, MySpace und vielen Anderen erst zu ihrem immensen Erfolg verholfen haben.) Es wurden ganze Office-Programme von Freiwilligen erstellt und deren Quellcode veröffentlicht. HTML, als Quelle des Internets, ist jederzeit frei einsehbar. Darauf beruht der enorme Erfolg des Internet. Nicht länger wird mit Abkapselung versucht die Konkurrenz fern zu halten, sondern man stellt sich mit einem guten Produkt dem Markt und überzeugt durch gelungene Funktionen, welche durch Erweiterungen von Anderen noch verbessert werden. Nicht länger ist es ein Gegeneinander sonder ein Miteinander. So kann jeder sein Bestes beitragen und wir alle profitieren von der Arbeit eines jeden. Das tönt doch schwer nach den Worten die Paulus gebraucht um den Leib von Jesus zu beschreiben.

Schade, dass ebendiese Worte in Werke gefesselt sind, welche sie Lügen strafen.

Dies ist ein offener Brief.

Update: Im Gegensatz zur Bibel, gibt es den Koran kostenlos und in sehr gelungenem Design!

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